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  Ruhiges Abtasten war einmal...
30.05.2019 von JH

Eine unglaublichen spannenden Verlauf nahm am Spitzenbrett die Begegnung zwischen Großmeister Viktor Laznicka gegen Fide-Meister Ulrich Zenker, bei der der Favorit die ersten Punkte liegen ließ. Schien Zenker als Schwarzer die Lage zunächst unter Kontrolle zu haben, glückte Laznicka durch Lavieren auf der der c-Linie der Durchbruch, was ihn bereits vermeintlich als sicheren Sieger auswies. Doch im entscheidenden Moment schlug Zenker noch einmal zurück, was Laznicka selbst zu genauem Spiel und forciertem Remis durch Dauerschach zwang. Erstaunlich gut im Turnier angekommen, zeigte sich der Bamberger Prof. Dr. Krauseneck, der mit seinem Ergebnis in der 2. Runde überaus zufrieden sein kann. Mit den weißen Steinen errichtete er gegen den Internationalen Meister Dimitry Stets bereits sehr früh eine Art Bamberger Abwehrbollwerk oder Chinesische Mauer und entfernte geschickt das gegnerische Drohpotential, sodass das Remis zwangsläufige Konsequenz bei keinerlei Durchkommen war. Den einzigen Außenseitersieg fuhr Fide-Meister Schenk gegen den Internationalen Meister Christian Troyke ein, der davon profitierte, dass Ersterer in aussichtsreicher Position den Faden verlor. Dass man den Bamberger Internationalen Meister Josef Pribyl nicht reizen soll, war in der Partie gegen Klaus Peter Wortmann zu sehen. In einer Grünfeldindischen Partie entschied er sich für ein strategisches Bauernopfer, das ihm gute Kompensation durch Figurenspiel brachte. Den darauf folgenden Fehler seines Gegners bestrafte er konsequent und äußerst hartnäckig. Und was machen die weiteren Bamberger? Bereits sehr früh fuhr Ralf Riemer einen Sieg ein. Ralf Mittag scheint nach seiner zweiten Niederlage hingegen noch nicht mental im Turnier zu sein; und auch Justus Schmidt, der mit dem unkonventionellen Spiel seines Gegners nicht zurecht kam, konnte in schlechterer Position zufrieden sein, dass sein Remisangebot gedanken- und bedenkenlos akzeptiert wurde.


Abschließend noch der Tipp: Wer abseits des Schachs etwas erleben möchte, gehe in die Bamberger Sandstraße – Bambergs „Party- und Szeneviertel“. Aber auch das Jahresverlauf regelmäig stattfindende Blues- und Jazzfestival, „Bamberg zaubert“, die „Sandkerwa“ sind sehenswert. Und sollte einem doch einmal hier die Decke auf den Kopf fallen, ist Nürnberg als nächste Großstadt nicht weit entfernt...



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